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Sonntag, 4. Mai 2014

18/2014 Broken Homes - Ben Aarnovitch

Der vierte Band der Rivers of London Serie war bis jetzt der, der mir am wenigsten gefallen hat. Aber trotzdem noch immer gute Unterhaltung und ich bin im Geist immer noch in der Handlung (und ich schreibe das hier etwa vier Tage nachdem ich das Buch fertig gelesen habe...)

 Bild via Amazon.co.uk

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Irgendwo in Sussex findet ein Autounfall statt, bei dem irgendetwas komisch ist und schon dürfen sich Peter und Nightingale damit befassen. Es scheint, als sei der Fahrer nicht alleine im Auto gewesen, aber wo ist der Beifahrer hingekommen? Kurz darauf wird in einem Wald eine Frau mit zerschossenem Gesicht gefunden.
Kurze Zeit später stösst Peter in einem Register mit gefundenen/gestohlenen Wertsachen auf ein altes deutsches Buch über Magie, das ein Mann in einem Antiquariat verkaufen wollte und dann abhaute. Bei Ermittlungen findet Peter die Leiche ebendieses Mannes, der laut Dr Walid von innen verbrannt ist... So eine Art spontane Selbstentzündung, nur, dass Zaubererpolizisten nicht an so etwas glauben... Bei der Hausdurchsuchung findet Peter eine Broschüre von einem Museum in Hampstead; dem Haus des deutschen Architekten Erik Stromberg, der unter anderem Skygarden, ein Hochhaus in Elephant und Castle gebaut hat. In Strombergs Haus wurde vor kurzem eingebrochen, doch nichts gestohlen.
Bald zeigt sich aber, dass das Buch sehr wohl aus Strombergs Haus stammt und er vermutlich ein deutscher Zauberer war, der sich während dem zweiten Weltkrieg still verhalten hat. Und bald weisen alle Spuren zu Skygarden und Peter und Lesley ziehen in eine Wohnung im Hochhaus, um die Dinge unter Kontrolle zu haben.
Als Nebenhandlung kommt wieder die Jagd nach dem Faceless Man vor, sowie nach einer Nachthexe. Mutter und Vater Themese halten zusammen ein Frühlingsfest, an dem Peters Vater mit seiner Band auftritt. Und Zach taucht auch öfters auf und veranstaltet bei Peter und Lesley in der Wohnung auch mal einen Party für ein paar sehr blasse Freunde mit Sonnebrille und grossen Augen...

Meine Lieblingspersonen: Thomas Nightingale. Zach. Nicky. Oberon. Betsy und ihre Söhne.

Mein Eindruck: Inhaltlich hat es mir am wenigstens von allen den Büchern gefallen, aber es war noch immer sehr toll und spannend geschrieben. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Band fünf, ich hoffe, dass mir dort dann die Handlung wieder besser gefällt.

Meine Bewertung: 4 Sterne

Samstag, 26. April 2014

17/2014 Whispers underground - Ben Aaronovitch

Inhaltlich definitiv das beste der Rivers of London Bücher. Und wiederum Lesestoff, der viel zu schnell vorbei geht.

Bild via Amazon.co.uk

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Inzwischen scheint halb Kentish Town zu wissen, dass Peter ein Zauberer ist und so wird er von einem Nachbarsmädchen über einen Geist in einem U-Bahntunnel informiert. Während er noch an Geistern herumstudiert wird er eines Nachts aus dem Schlaf geklingelt weil in einer U-Bahnstation eine Leiche liegt. Der junge Mann kam durch den Tunnel, kletterte auf den Bahnsteig und starb - von irgendetwas in den Rücken gestochen. Peter und Sergant Kumar von der British Transport Police suchen den Tunnel ab und prompt findet Peter die vermutliche Tatwaffe; ein Tonscherben voller Vestiga. Bloss finden sie die Stelle nicht, an der das Opfer in den Tunnel gekommen ist...
Da es sich beim Toten um den Sohn eines Senators handelt haben die Ermittler bald eine Beamtin vom FBI am Hals, die keinesfalls merken darf, was Peters Job ist... Aber prompt heftet sie sich an seine Fersen...
Doch Peter und Lesley haben nicht nur Special Agent Reynolds am Hals sondern auch den Mitbewohner des Toten, Zach Palmer, nach eigenen Angaben Halb-Fee. Zach möchte vor allem durchgefüttert werden, erweist sich aber teils auch als ziemliche Hilfe.
Bald beschäftigen sich Peter und Lesley mit komischen Künstlern, der Untergrund-Kunstszene und der Möglichkeit, dass es in der U-Bahn Dinge gibt, die der Aussenwelt verborgen sind. Zudem jagen sie den Vorgänger und vermutlichen Lehrer des gesichtsloses Mannes.

Meine Lieblingspersonen: Nightingale natürlich. Den chaotischen Zach. Sergant Kumar. Elizabeth Ten-Ton.

Mein Eindruck: Inhaltlich eindeutig bis jetzt das beste der Bücher und die Idee dahinter ist wirklich toll. Teilweise ein bisschen langatmig, aber auf jeden Fall spannend. Und wie bereits in den anderen Büchern gefällt mit der Wechsel der Handlung zwischen dem eigentlichen Fall, der Jagt nach anderern Magiern und die Begegnungen mit Mother Thames und ihren Töchtern.

Meine Bewertung: 5 Sterne

Sonntag, 20. April 2014

16/2014 Moon over Soho - Ben Aaronovitch

Das zweite Band der Rivers-of-London Serie. Und wieder gibt es skurille Gestalten - nicht alle wirklich menschlich - und viel Magie.

Bild via Amazon.co.uk

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Das Buch beginnt damit, dass Peter Lesley besucht, die noch immer krankgeschrieben ist und wieder bei ihren Eltern wohnt. Am Strand bittet sie ihn, ihr zu beweisen, dass er zaubern kann und er zeigt ihr ein Wehrlicht. Bei seinem nächsten Besuch überrascht Lesley ihn damit, dass sie ebenfalls ein Wehrlich zustande bringt und so wird sie der zweite Zauberlehrling, wenn auch - wegen ihrem Medical Leave - eher inoffiziell.
Am Anfang des Buches beschäftigt sich Peter vor allem mit einem Fall einer Vagina Dentana und hat  für einen Moment sogar Molly als Täterin in Verdacht. Später wird jedoch ein anderer Fall aktuell, mysteriöse Todesfälle von Jazz-Musikern, die wenige Stunden nach einem Auftritt an einem Herzstillstand sterben. Bei Nachforschungen lernt Peter Simone Fitzwilliam, die Geliebte eines der Opfer, kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie.
Nebenbei geht es wieder um die Jagt nach dem Mann ohne Gesicht und die Flussgötter kommen auch wieder vor. Zudem geht wieder mal einiges zu Bruch.
Im Buch geht es viel um Jazz, jedes Kapitel hat den Titel eines Musikstücks und Peters Vater plant sein drittes oder viertes - so sicher ist sich Peter nicht mehr - Comeback als Jazzmusiker.

Meine Lieblingspersonen: Thomas Nightingale. Simone. "Lord Grant".

Mein Eindruck: Die Handlung des Buches fand ich nicht so spannend wie Band eins, dafür kommen mit Simone und Peters Vater zwei sehr sympatische Personen drin vor. Inhaltlich habe ich weniger "Handlungslücken" als in Buch eins gefunden.

Meine Bewertung: 5 Sterne


Sonntag, 23. März 2014

13/2014 Er ist wieder da - Timur Vermes

Das Buch ist im Moment überall und als ich es dann noch bei meiner Schwester im Bücherregal stehen sah dachte ich mir, dass ich es auch mal lesen sollte.
Das Buch ist irgendwie beängstigend und regt zum Nachdenken an über die Fragen, ob wir auch so handeln würden wie vor 70, 80 Jahren. Gleichzeitig war es stellenweise so lustig dass ich laut rauslachen musste (z.B. als Hitler RTL entdeckt und dort Sendungen über Mandy, Sandy etc. sieht) und mich irgendwie dabei schlecht fühlte, denn man lacht doch nicht über ein eigentlich ernstes Thema. Zudem muss ich zugeben, dass mir Hitler stellenweise recht sympatisch war...

Bild von wikipedia.org


Genre: Satire

Zeit und Ort: Berlin 2011

Inhalt: Adolf Hitler erwacht im Sommer 2011 auf einem verlassenen Grundstück in Berlin. Er glaubt an einen Filmriss und wundert sich, wie sehr sich die Stadt doch in kurzer Zeit veränder hat. Ein netter Zeitungsverkäufer - der glaubt, dass Hitler ein Schauspieler und zur Zeit ein Kontaktverbot hat und deshalb nicht in seine Wohung kann - hilft ihm über die ersten Tage und stellt ihn einer Produktionsfirma vor. Bald wird Hitler nicht nur zu einem Fernsehstar sondern auch zu einem Internet-Phänomen, auch wenn manche Leute ihn noch immer für Stromberg halten.

Meine Lieblingspersonen: "Der Hotelreservierer", "Die Dame Bellini"

Mein Eindruck: Stoff zum Nachdenken mit Unterhaltungsfaktor. Und stellenweise ein guter Spiegel unserer Gesellschaft.

Bewertung: 4 Sterne

Freitag, 14. März 2014

11/2014 Die Flüsse von London

Vor zwei Jahren habe ich das Buch eher zufällig entdeckt, als ich im Buchladen bereits auf dem Weg zur Kasse war. Am Abend, einem Freitag, wollte ich dann gegen acht noch ein bisschen lesen und dann um zehn ins Bett. Nach zwölf musste ich das Buch weglegen weil ich die Augen nicht mehr offen halten konnte und am Morgen habe ich, noch im Bett, die zweite Hälfte des Buches gelesen. Am Nachmittag habe ich das Buch meiner Mutter gebracht und bis Sonntagabend war sie auch durch...

 Bild via dtv

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Peter Grant ist ein junger Polizist, der nach zwei Jahren Streifendienst bald eindeutig eingeteilt wird und ziemlich sicher nur einen Bürojob bekommen wird. Doch dann muss er mit seiner Kollegin Lesley den Tatort eines Mordes bewachen und sein Leben nimmt eine Wendung. Peter begegnet einem Zeugen, der alles gesehen hat. Die Sache hat nur ein Hacken, der Zeuge ist nämlich seit längerer Zeit tot und ein Geist.
Ein paar Tage später versucht Peter, dem Geist nochmals zu begegnen, doch dafür wird er von einem altmodisch angezogenen Mann angesprochen, der ihn fragt, was er hier suchen würde. Auf die Antwort, er suche einen Geist reagiert der Mann (logischerweise) komisch und zeigt ihm seinen Polizeiausweis.
Am nächsten Tag wird Peter statt zu seinem Bürojob zu einem Treffen mit Thomas Nightingale geschickt.
Nightingale ist der letzte Zauberer Englands, viel älter als er eigentlich aussieht und Chef einer Spezialpolizeieinheit, die sich mit allem Übersinnlichen beschäftigt.
Peter wird zu seinem Lehrling, zieht ins Folly, dem Hauptquartier der britischen Magierwelt, und darf sich nun statt mit Datenerfassung mit Zaubersprüchen, Flussgöttern und mysteriösen Todesfällen befassen.
Da gibt es die Serie von Todesfällen, die mit dem Mord am Covent Garden begann, bei dem Peter dem  Geist begegnet. Doch auch Vampire beschäftigen Peter und dann muss er sich auch noch mit Vater und Mutter Themse herumschlagen, die sich auf den Tod nicht leiden können.

Meine Lieblingspersonen: Thomas Nightingale. Isis. Der alte Mann der Themse. Dr Walid. Peter irgendwie auch.

Mein Eindruck: Das Buch hat mich damals beim ersten Lesen sofort in seinen Bann gezogen - ob Nightingale da was gezaubert hat? - und auch jetzt bin ich noch immer begeistert. Es zeigt einen anderen Ansatz der Magie als Harry Potter was ich sehr interessant finde.
Beim ersten Mal habe ich so schnell gelesen, dass ich ein paar Kritikpunkte übersehen habe, die mir nun - auch mit dem Wissen der anderen drei Bücher - aufgefallen sind. Z.B. fehlt mir bis am Schluss ein Motiv und manchmal hat die Handlung Lücken. Zudem werden sehr viele Sachen angesprochen und nicht geklärt. Ich habe erst gedacht, dass sich das dann im nächsten Band oder so auflöst, aber inzwischen gibt es nur noch viel mehr Fragen, aber keine Antworten darauf. Und ich weiss immer noch nicht, was in Ettersberg passiert ist...

Meine Bewertung: 5 Sterne

Samstag, 8. März 2014

10/2014 Das verborgene Kind - Marcia Willett

Dieses Buch stand schon ewig in meinem Bücherregal und ich habe auch mal die ersten zehn oder so Seiten gelesen, es dann aber wieder weggelegt.
Irgendwie ist es mir nun wieder in die Hände gekommen und war wirklich lesenswert.

Bild via Amazon.ca

Genre: Familiengeschichte vielleicht. Oder so was in Richtung "Suche nach sich selber"

Zeit und Ort: England, Gegenwart

Inhalt: Matt hat vor einigen Jahren ein Buch veröffentlicht, das ein grosser Erfolg wurde und wartet nun auf die zündende Eingebung für sein nächstes Werk. Er hat schon lange das Gefühl, dass es in seinem Leben etwas gibt was er nicht weiss. Nach dem Tod seiner Mutter findet er Bilder von sich selber als Kind, er kann sich aber nicht an die Umgebung oder an die Kleider erinnern.
Im ist Matts Schwester und lebt mit ihrem Mann und der kleinen  Tochter im Exmoor. Die beiden suchen gerade ein Haus und am allerliebsten würde sie ins Sommerhaus ziehen.
Lotti ist sozusagen die Ziehmutter von Matt und Im. Sie war früher in Matts Vater verliebt. Nachdem er in Afganistan stirbt (er war Journalist) und die Mutter, Helen, depressiv wird, zieht Lotti bei ihnen ein und ermöglicht Matt und Im eine relativ normale Kindheit.
Lotti wohnt mit Milo zusammen in einem riesigen Haus im Exmoor, zu dem auch besagtes Sommerhaus gehört. Milo war mit Lottis wesentlich älteren Schwester Sara verheiratet, die Ehe ist aber schon lange in die Brüche gegangen. Als Milo und Sara heirateten, haben seine Eltern die kleine Lotti in ihr Herz geschlossen und wie eine eigene Tochter behandelt. Im und Matt waren oft mit Lotti bei Milos Eltern zu Besuch. Seit Lotti und Milo pensioniert sind, wohnen sie zusammen im High House in einer recht eigentümlichen Wohngemeinschaft.
Milo ist ein pensionierter Militär, der gut kocht, aber nicht gerne die Heizung einstellt. Er hat eine Beziehung mit Venetia, versucht aber krampfhaft zu verhindern, dass sie bei ihnen einzieht.
Zusammen mit Sara hat er einen Sohn, Nick, der gerade mächtig in der Tinte sitzt und Hilfe von seinem Vater braucht.

Meine Lieblingspersonen: ausser Annabell und Julian mochte ich wirklich alle ganz gern. Am liebsten aber wohl Lotti mit ihrem sechsten Sinn.

Mein Eindruck: Die erste Hälfte des Buches zog sich ein bisschen in die Länge, die zweite Hälfte ging dafür ein bisschen arg schnell und manchmal hatte ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die tollen Personen und die lustige Stimmung im High House haben aber alles wettgemacht. Dort würde ich auch gerne mal zum Tee vorbeigehen.

Bewertung: 4 Sterne

Samstag, 22. Februar 2014

08/2014 Kleine Tierkunde Ost-Afrikas - Nicholas Drayson

Schon wieder ein Buch, bei dem Tiere im Titel vorkommen. Genau genommen geht es um Vögel, um einen ausgestopften Löwen und um die Frage, welches das gefährlicheste Tier Afrikas ist - nein, es ist weder Büffel noch Nilpferd...

Ich poste übrigens im Moment ein Buch pro Woche, auch wenn ich eigentlich beim lesen schon weiter bin. Ich weiss, dass es auch Zeiten gibt, in denen ich nicht jede Woche ein Buch lesen werde und möchte deshalb schon ein bisschen Vorrat haben.

Bild via buch.ch

Genre: weiss nicht...

Zeit und Ort: Kenia, 21. Jahrhundert

Inhalt: Mr Malik liebt seinen Gentlemen's Club, die wöchentlichen Vogelbeobachtungs-Ausflüge und heimlich schlägt sein Herz für Rose Mbikwa. Mr Malik führt auch ein Doppelleben, denn seit Jahren schickt er wöchentlich anonym eine Kolumne an eine Zeitung, in der er mit Misständen in der Regierung aufräumt und schon einige Minister zum Fall gebracht hat.
Nach drei Jahren in Schottland kommt Rose zurück nach Nairobi und gleichzeitig taucht auch Maliks Schul"freund" Harry Khan wieder auf, der in Nairobi ein Einkaufszentrum bauen will. Zudem steht die jährliche Sarafi des Klubs an und Mr Maliks Tochter will heiraten. Er wäre also schon genug beschäftigt, ohne sich auch noch Sorgen um die drohende Schliessung des Clubs machen zu müssen.
Als nette Nebenhandlung wird der Mord an Josslyn Hay, 22. Earl of Erroll, debatiert und mehrmals vermeintlich gelöst.

Meine Lieblingspersonen: Mr Malik. Rose. Und Tiger Singh.

Mein Eindruck: Spannend und angenehm zu lesen, auch wenn mir am Anfang mit der Earl of Erroll Geschichte der Durchblick gefehlt hat... Zudem hätte ich gern mehr von Rose gehört und auch ein paar andere Handlungsstränge hätte man noch ein bisschen ausarbeiten können.
Gestört hat mich der "allwissende Erzähler" weil ich mich immer fragte, was er weiss und uns nicht sagt... Der Schluss war ein bisschen knapp, aber schön.

Bewertung: 4 Sterne

Samstag, 25. Januar 2014

05/2014 Two Caravans - Marina Lewycka

Mein erstes englisches Buch dieses Jahr und ehrlich gesagt eine Enttäuschung. Ich weiss gar nicht, wieso ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe... Vielleicht, weil es mich Wunder nahm, ob es irgendwann wie versprochen lustig wird... Doch von Slapstickhumor etc. wie auf dem Buckrücken erwähnt, habe ich nichts gemerkt...
Wenn Menschenhandel, Ausbeutung und Tierquälerei lustig sein sollen... Das kann man nicht mal mehr mit britischem Humor entschuldigen...
Netter Versuch, Frau Lewycka, aber für mich leider nichts...

 Bild via Amazon.com

Genre: angeblich eine Komödie...

Zeit und Ort: England, 21. Jahrhundert

Inhalt: Eine Gruppe Erdbeerpflücker wohnt in zwei Caravans direkt neben dem Erdbeerfeld von Bauer Leapish. Da sind Yola und ihre Nichte Marta aus Polen. Yola hat ein behinderter Sohn und kommt schon seit Jahren zum Erdbeerpflücken nach England. Marta ist  fromm, eine gute Köchin und ansonsten eher farblos. Dann gibt es zwei Chinesinnen, wovon eine aber eigentlich aus Malaysia stammt. Und die "Neue", frisch aus Kiev, Irina, 19 Jahre alt, die sich den Wind um die Nase wehen lassen und ihr gutes Englisch verbessern will.Die grosse Liebe finden wäre aber auch nicht schlecht...
Im Männer-Caravan wohnt Tomas mit seinen stinkenden Turnschuhen und der Gittarre. Als heilloser Romantiker will er die Welt sehen bevor er zu alt dazu ist. Dann Andrej, ein Bergarbeiter aus der Ukraine, der als Kind einmal in Sheffield war und hier auch die grosse Liebe sucht. Emmanuel, ein schwarzer Teenager, der in England seine Schwester sucht, aber auch an "Canal knowledge" interessiert ist... Der undurchsichtige Vitali vervollständigt das Quartet.
Eines Tages läuft auf der Erdbeerfarm etwas schief und schon ist (fast) die ganze Erdbeerpflückergruppe mit dem "Frauencaravan" auf dem Weg nach Dover.

Meine Lieblingspersonen: Andrej. Irina. Maria McKenzie. Und natürlich Dog

Mein Eindruck: Wie schon oben geschrieben war das Buch nicht nach meinem Geschmack. Vom versprochenen Humor habe ich nicht viel mitbekommen. Am Anfang war es sehr verwirrend, überhaupt die Story zu verstehen, da alle zwei, drei Seiten eine andere Person - inklusive dem Hund - erzählt, teils auch noch in Ich-Form.
Ich habe aufgrund der Inhaltsangabe mit einem Art Roadmovie in Buchform gerechnet, doch das hier ist wirklich nicht sonderlich lustig... Da werden Hühner gequält, Mädchen verkauft und Erdbeerpflücker unterdrückt. Darin kann ich wirklich nichts lustiges sehen.

Bewertung: 2 Sterne

Freitag, 17. Januar 2014

04/2014 Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere - Marina Lewycka

Bei diesem Buch war ich hin und weg vom Titel als ich es in unserer Bibliothek bei den Neuigkeiten sah. Der englische Titel lautet übrigens Animals alive and dead wobei die meisten der im Buch erwähnten Kleintiere eher durch ihren Tod wichtig geworden sind.



Genre: Lustige Familiengeschichte vielleicht

Zeit und Ort: London und Doncaster 2008 mit Rückblicken bis in die 1960iger

Inhalt:
Welche Eltern würden sich nicht freuen, wenn ihr Sohn schon vor dem 30 Geburtstag bei einer Bank 90'000£ verdient? Doro und Marcus freuen sich nicht. Das heisst, so sicher ist sich Serge nicht, denn er hat seinen Eltern sicherheitshalber nichts von seinem neuen Job erzählt und gibt sich ihnen gegenüber noch immer als Student aus.
Kein Wunder, denn wenn man in Solidarity Hall, einer Kommune, aufgewachsen ist, brüstet man sich seinen Eltern gegenüber nicht damit, dass man all ihre Werte mit Füssen tritt.

Das Buch wird aus der Sicht von Serge, seiner Schwester Clara und Mutter Doro erzählt.
Serge, der auf die ukrainische Arbeitskollegin Maroushka steht und versucht, für sich selber das grosse Geld zu machen, vermeidet möglichst den Kontakt zur Famile.
Doro und Marcus wollen nach 40 Jahren wilder Ehe heiraten. Marcus schreibt gerade an einer Geschichte über den Sozialismus, Doro arbeitet im Schrebergarten und kümmert sich um die geistig behinderte Adoptivtochter Uljana, von allen nur Oolie-Anna genannt.
Diese möchte lieber heute als morgen in eine betreute Wohnung umziehen, damit sie endlich Filme sehen kann, denn irgend ein Scherzkeks hat ihr eine DVD mit einem Porno geschenkt...
Und dann ist da noch Clara, die älteste Tochter, eine Lehrerin, die auf den Schulleiter steht, die Welt verändern will und mit ihrer Nachbarin und Freundin Ida kiloweise Cheesecake isst "weil sie es sich wert sind."
Nebenbei wird in Rückblenden die Geschichte der Kommune erzählt, von den Anfängen in einem alten Haus in London, über all die Episoden von Sozialismus, Kindererziehung und komischem Essen bis zum Brand von Solidarity Hall und der Auflösung der Kommune.

Meine Lieblingspersonen: Doro. Der Rote Fred (wieso hat man ihm nicht seinen englischen Namen Red Fred gelassen?). Clara. Und der Italiener.

Mein Eindruck: Ein sehr, sehr lustig geschriebenes Buch über gelebter Sozialismus, Familienhickhack und Börsenhandel. Allerdings auch ein leicht beängstigender Einblick in die Börse. Und allein schon der Titel macht das Buch lesenswert.

Bewertung: 4 Sterne

Sonntag, 12. Januar 2014

03/2014 Daniel und die Sehnsucht nach dem Glück - Francesc Miralles

Das dritte Buch in meiner ersten Lesewoche 2014, gelesen in zwei Tagen... Der Titel finde ich übrigens etwas sperrig und unpraktisch und hätte ihn hier auch schon wieder fast falsch geschrieben...


Genre: Schwer zu sagen. Ein Liebesroman ist es ja eigentlich nicht...

Zeit und Ort: Barcelona und Paris, 2000er Jahre

Inhalt:
Auf einem Flug von Paris nach Barcelona denkt Daniel über seine Vergangenheit nach. Ausgerechnet an seinem dreissigsten Geburtstag, mitten in einer Dinnerparty, liess ihn seine Freundin Desirée sitzen. Während den nächsten Tagen wird eins seiner Geburtstagsgeschenke zu seinem Anker; eine CD einer unbekannten Sängerin. Eva Winters Lieder scheinen seine Geschichte zu erzählen.
Kurzerhand beschliesst Daniel, nach Paris - wo Eva Winter lebt - zu fliegen und sie kennenzulernen. Dazu gibt er sich als Musikjournalist aus und kann bald über Evas Manager - Spitzname BadGuy - ein Treffen arrangieren.
Doch bald sind Eva Winter und die mysteriösen Lieder nicht das einzige Rätsel, das er zu lösen hat. Da gibt es auch noch ein Buch, das auf einem Tisch im Restaurant liegengeblieben ist...

Meine Lieblingspersonen: die mysteriöse Mary. Und Michelle, auch wenn sie eine Katze ist...

Mein Eindruck: Packend geschrieben, es gibt immer wieder Songtexte und alle Kapitel haben einen tollen Namen. Die Geschichte wirkte aber stellenweise zu konstruiert und Daniel ging mir teilweise auf den Zeiger. Der Schluss war für mich ein bisschen sehr abgehackt und nicht wirklich befriedigend. Kurz; nettes Lesevergnügen, aber richtig umgehauen hat es mich nicht.

Bewertung: 3 Sterne

Sonntag, 5. Januar 2014

01/2014 Dornentöchter - Josephine Pennicott

Nach mindestens vier Monaten war ich am 31. Dezember endlich mal wieder in unserer wirklich tollen Bibliothek und habe mich mit Lesestoff eingedeckt.  Drei Bücher sind mitgekommen und das erste habe ich nun innert 3 Tagen schon fertig gelesen. Irgendwie hat es mich gestern Abend gepackt und ich musste einfach wissen, was nun genau passiert ist. Gaaaanz wohl war mir nicht als ich gestern ins Bett ging, auch wenn ich das beruhigende Gefühl hatte, jetzt zu wissen, was passiert ist. Aber man kann ja nie wissen, ob nicht ein tasmanischer Teufel in mein Zimmer kommt und mich auffrisst, oder? Vor allem, weil Tasmanien auf der entgegengesetzter Seite der Welt liegt...
Wieder mal habe ich mich übrigens über den deutschen Titel aufgeregt. Welche Dornen? Welche Töchter??? Wieso nicht einfach Poet's Cottage? Oder meinetwegen "Das Haus der Dichter"?


Originaltitel: Poet's Cottage


Genre: Familiensaga mit Krimi

Zeit und Ort: Tasmanien, 1936 und Gegenwart

Inhalt:
Nach dem Tod ihrer Mutter Marguerite erbt Sadie Poet's Cottage, das Haus ihrer Grosseltern. Im Poet's Cottag haben schon immer Dichter und Schriftsteller gelebt, also ist Sadie als Journalistin und Autorin die Idealbesetzung fürs Haus. Nach der Trennung von Jack und nachdem ihrer  Teenagertochter Betty die Magersucht überwunden hat, möchte Sadie mit Betty in Tasmanien ein neues Leben beginnen.
Doch nicht nur die Aussicht auf einen Neuanfang zieht Sadie ins Haus ihrer Vorfahren sondern auch den Wunsch, das Geheimnis ihrer Grossmutter zu lösen. Pearl, eine ebenso erfolgreiche wie verrückte Kinderbuchautorin, wurde in den Dreissigerjahren im Keller des Hauses brutal ermordet. Thomasina, ihre ältere Tochter und einzige Zeugin des Mordes, ist überzeugt davon, dass ihre Mutter vom tasmanischen Teufel aufgefressen wurde, mit dem Pearl ihren Töchtern Angst machte. Thomasina, die seit Jahren im Gärtnerhaus auf dem Grundstück lebt, kann nicht verstehen, woher das Interesse ihrer Nichte kommt, das Geheimnis zu lösen. Für sie spielt keine Rolle, wie die verhasste Mutter starb.
Und irgend eine dunkle Macht möchte weder, dass das Geheimnis gelüftet wird, noch das Sadie im Haus bleibt.

Meine Lieblingspersonen: Birdie. Maria. Und Violet, irgendwie.

Warum ich das Buch mag: Eine etwas anders erzählte Familiengeschichte und ein etwas spezieller Krimi. Bis zuletzt bleibt spannend was genau passiert ist, wer wie im Mord verstrickt war und ob sich Thomasina alles bloss eingebildet hat.
Der Schluss, mit der eigentlichen "Lösung" (oder der wahrscheinlichsten Lösung) des Falles fiel allerdings etwas abrupt aus und all das esoterische Zeugs mit Space Cleaning hätte auch nicht sein müssen...

Bewertung: 4 Sterne