Samstag, 10. Mai 2014

19/2014 Fineli aus der Altstadt - Elsa Muschg

Wieder habe ich ein altes Kinderbuch gelesen. Das Buch spielt in den 30iger Jahren und meine Mutter hat es schon gelesen als sie ein Mädchen war. Eines Tages hat sie alle ihre alten Bücher an mich weitergegeben und ich habe es in meiner Kindheit mehrmals gelesen. Auch heute lese ich es immer wieder gerne, denn dies ist nostalgisches Lesevergnügen. Und es kommen so viele nette Personen vor, alle scheinen Fineli wohlgesinnt zu sein.

Bild via Amazon.de

Zeit und Ort: Zürich und Thun, 1930ige Jahre

Genre: Mädchenbuch

Inhalt: Josephina Kraft, von allen nur Fineli genannt, lebt mit ihrer verwitweten Mutter mitten in Zürich in der Wohnung über dem "Kapuzinerli", Mutters Cafe. Eines Tages giesst Fineli die Blumen auf dem Balkon und kippt das Wasser über einen Gast im Cafe. Kurze Zeit später taucht eben dieser Kunde, ein gewisser Herr Hartmann, als Aushilfslehrer in Finelis Klasse auf. Er ist ein ernster Mann, der seine Frau und sein Kind verloren hat und eigentlich lieber Musiker als Lehrer wäre. Zudem stellt sich bald heraus, dass er früher Finelis Vater gekannt hat.
Herr Hartmann ist es auch der eine Lösung für Finelis Schulfreund Freddy findet, der bald in Finelis Haus zieht um bei seiner Tante, Fräulein Vögeli, zu wohnen. Fräulein Vögeli ist eine alte Jungfer, die gerne schimpft und Fineli sowie Hund Schnupperli verwöhnt.
Doch das glückliche Leben ist in Gefahr. Nebenan wird ein anderes Cafe eröffnet und Finelis Mutter muss ihr Cafe schliessen. Sie findet zwar eine gute Stelle, doch sie wird ein Dienstzimmer haben und kann Fineli so nicht mitnehmen. Sie kommt zu ihrer Patentante nach Thun, einer ernsten und strengen Klavierlehrerin, die nicht über den Tod von ihrem Bruder, Finelis Vater, hinweggekommen ist.
Fineli leidet an Heimweh, findet keinen Anschluss und die Tante zeigt keine Zuneigung. Als die Tante eines Tages nach Bern fährt wird Fineli vom Nachbarsmädchen "Böhnli" nach Hause eingeladen und verbringt einen schönen Nachmittag mit Böhnli und ihren Grosseltern. Dort hört sie auch ein Gespräch mit einem Nachbarn, der am nächsten Tag mit einer Ladung Weinfässer nach Zürich fahren wird. Fineli beschliesst, auszureissen.
Die Tante hat inzwischen beschlossen, mit Fineli einen Neuanfang zu wagen, doch als sie am Morgen aufsteht, ist Fineli weg. Böhnlis Grossmutter schlägt vor, dass man das Kind doch im Radio ausrufen sollte. Bald sucht halb Thun sowie alle Leute in Zürich, die Fineli kennen, nach ihr. Der Lastwagenfahrer hat indessen sein Auto bei einem Freund in die Garage gestellt, wo Fineli schliesslich von Freddy gefunden wird.
Fineli feiert Wiedersehen mit ihrer Mutter, Freddy, Fräulein Vögeli und Herr Hartmann. Nachdem die Mutter sie ausgeschimpft hat weil man nicht ausreisst, erzählt sie ihr, dass sie und Herr Hartmann bald heiraten möchten und Fineli nur noch bis zum Frühling zurück zur Tante muss, wenn sie Fineli nach dem Vorfall noch haben möchte.
Herr Widmer - Böhnlis Grossvater - kommt nach Zürich um seinem Nachbarn zu helfen, den die Polizei wegen versuchter Entführung vorerst eingesperrt hat. Fineli gibt den beiden ein Entschuldigungsschreiben an die Tante mit, vermittelt Freddy eine Lehrstelle in Herr Widmers Schreinerwerkstätte und Freddys Mutter - die zur Zeit im Gefängnis ist - eine Stelle als Haushälterin...
Die Tante verzeiht Fineli, sie darf zurück nach Thun und das Verhältnis zwischen den beiden bessert sich. Das Buch endet mit der Ankunft von Freddys Mutter in Thun, der Hochzeit in Zürich und dem neuen Haus am See, das Kapuzinerli heisst. Böhnli kommt an die Hochzeit, Freddy fährt mit der Tante zurück um bei Schreiner Widmer seine Lehre zu beginnen und Fräulein Vögeli zieht mit Fineli und ihrer Familie ins Haus am See.
Happy End also. 

Meine Lieblingspersonen: Frau Widmer, Böhnlis Grossmutter, von der eins meiner liebsten Buchzitate stammt. Als sich die Tante bei ihr entschuldigt, dass sie nie eine gute Nachbarin war, meint Frau Widmer nur: "Gestern war gestern, heute ist heute."
Aber eigentlich mag ich wirklich alle im Buch sehr gerne.

Mein Eindruck: Ein schönes Buch das einfach glücklich macht. Veraltet, ja. Aber trotzdem sehr schön. Es werden viele ernste Themen angesprochen (Verlust von geliebten Menschen, Alkoholprobleme, Eltern, die im Gefängnis sind, Heimweh, finanzielle Sorgen...) aber das Buch bleibt immer positiv und auf eine Art heiter. Zudem vermittelt es irgendwie die Botschaft, dass man zusammen stark ist. 

Meine Bewertung: 5 Sterne

Sonntag, 4. Mai 2014

18/2014 Broken Homes - Ben Aarnovitch

Der vierte Band der Rivers of London Serie war bis jetzt der, der mir am wenigsten gefallen hat. Aber trotzdem noch immer gute Unterhaltung und ich bin im Geist immer noch in der Handlung (und ich schreibe das hier etwa vier Tage nachdem ich das Buch fertig gelesen habe...)

 Bild via Amazon.co.uk

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Irgendwo in Sussex findet ein Autounfall statt, bei dem irgendetwas komisch ist und schon dürfen sich Peter und Nightingale damit befassen. Es scheint, als sei der Fahrer nicht alleine im Auto gewesen, aber wo ist der Beifahrer hingekommen? Kurz darauf wird in einem Wald eine Frau mit zerschossenem Gesicht gefunden.
Kurze Zeit später stösst Peter in einem Register mit gefundenen/gestohlenen Wertsachen auf ein altes deutsches Buch über Magie, das ein Mann in einem Antiquariat verkaufen wollte und dann abhaute. Bei Ermittlungen findet Peter die Leiche ebendieses Mannes, der laut Dr Walid von innen verbrannt ist... So eine Art spontane Selbstentzündung, nur, dass Zaubererpolizisten nicht an so etwas glauben... Bei der Hausdurchsuchung findet Peter eine Broschüre von einem Museum in Hampstead; dem Haus des deutschen Architekten Erik Stromberg, der unter anderem Skygarden, ein Hochhaus in Elephant und Castle gebaut hat. In Strombergs Haus wurde vor kurzem eingebrochen, doch nichts gestohlen.
Bald zeigt sich aber, dass das Buch sehr wohl aus Strombergs Haus stammt und er vermutlich ein deutscher Zauberer war, der sich während dem zweiten Weltkrieg still verhalten hat. Und bald weisen alle Spuren zu Skygarden und Peter und Lesley ziehen in eine Wohnung im Hochhaus, um die Dinge unter Kontrolle zu haben.
Als Nebenhandlung kommt wieder die Jagd nach dem Faceless Man vor, sowie nach einer Nachthexe. Mutter und Vater Themese halten zusammen ein Frühlingsfest, an dem Peters Vater mit seiner Band auftritt. Und Zach taucht auch öfters auf und veranstaltet bei Peter und Lesley in der Wohnung auch mal einen Party für ein paar sehr blasse Freunde mit Sonnebrille und grossen Augen...

Meine Lieblingspersonen: Thomas Nightingale. Zach. Nicky. Oberon. Betsy und ihre Söhne.

Mein Eindruck: Inhaltlich hat es mir am wenigstens von allen den Büchern gefallen, aber es war noch immer sehr toll und spannend geschrieben. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Band fünf, ich hoffe, dass mir dort dann die Handlung wieder besser gefällt.

Meine Bewertung: 4 Sterne

Donnerstag, 1. Mai 2014

Ein Drittel meines Lesejahrs - ein bisschen Statistik

Ein Drittel des Lesejahrs ist um und ich finde, es ist Zeit für ein bisschen Statistik.

Gelesene Bücher: 22
Gelesene Seiten: 8153
Durchschnittliche Seiten pro Buch: 370
Deutsche Bücher: 16
Englische Bücher: 6
Neue Bücher: 13

Seitenmässig habe ich fast schon so viele wie 2013 im ganzen Jahr...

Januar bis April 2013 sah so aus.  Theoretisch ist es Januar bis März denn im April habe ich nichts gelesen.

Gelesene Bücher:12
Gelesene Seiten: 3237
Durchschnittliche Seiten pro Buch: 269
Deutsche Bücher: 10
Englische Bücher: 2
Neue Bücher:8

Und 2012

Gelesene Bücher: 20
Gelesene Seiten: 4966
Durchschnittliche Seiten pro Buch: 248
Deutsche Bücher: 15
Englische Bücher: 5
Neue Bücher:5

Samstag, 26. April 2014

17/2014 Whispers underground - Ben Aaronovitch

Inhaltlich definitiv das beste der Rivers of London Bücher. Und wiederum Lesestoff, der viel zu schnell vorbei geht.

Bild via Amazon.co.uk

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Inzwischen scheint halb Kentish Town zu wissen, dass Peter ein Zauberer ist und so wird er von einem Nachbarsmädchen über einen Geist in einem U-Bahntunnel informiert. Während er noch an Geistern herumstudiert wird er eines Nachts aus dem Schlaf geklingelt weil in einer U-Bahnstation eine Leiche liegt. Der junge Mann kam durch den Tunnel, kletterte auf den Bahnsteig und starb - von irgendetwas in den Rücken gestochen. Peter und Sergant Kumar von der British Transport Police suchen den Tunnel ab und prompt findet Peter die vermutliche Tatwaffe; ein Tonscherben voller Vestiga. Bloss finden sie die Stelle nicht, an der das Opfer in den Tunnel gekommen ist...
Da es sich beim Toten um den Sohn eines Senators handelt haben die Ermittler bald eine Beamtin vom FBI am Hals, die keinesfalls merken darf, was Peters Job ist... Aber prompt heftet sie sich an seine Fersen...
Doch Peter und Lesley haben nicht nur Special Agent Reynolds am Hals sondern auch den Mitbewohner des Toten, Zach Palmer, nach eigenen Angaben Halb-Fee. Zach möchte vor allem durchgefüttert werden, erweist sich aber teils auch als ziemliche Hilfe.
Bald beschäftigen sich Peter und Lesley mit komischen Künstlern, der Untergrund-Kunstszene und der Möglichkeit, dass es in der U-Bahn Dinge gibt, die der Aussenwelt verborgen sind. Zudem jagen sie den Vorgänger und vermutlichen Lehrer des gesichtsloses Mannes.

Meine Lieblingspersonen: Nightingale natürlich. Den chaotischen Zach. Sergant Kumar. Elizabeth Ten-Ton.

Mein Eindruck: Inhaltlich eindeutig bis jetzt das beste der Bücher und die Idee dahinter ist wirklich toll. Teilweise ein bisschen langatmig, aber auf jeden Fall spannend. Und wie bereits in den anderen Büchern gefällt mit der Wechsel der Handlung zwischen dem eigentlichen Fall, der Jagt nach anderern Magiern und die Begegnungen mit Mother Thames und ihren Töchtern.

Meine Bewertung: 5 Sterne

Sonntag, 20. April 2014

16/2014 Moon over Soho - Ben Aaronovitch

Das zweite Band der Rivers-of-London Serie. Und wieder gibt es skurille Gestalten - nicht alle wirklich menschlich - und viel Magie.

Bild via Amazon.co.uk

Zeit und Ort: London, Gegenwart

Genre: Fantasy

Inhalt: Das Buch beginnt damit, dass Peter Lesley besucht, die noch immer krankgeschrieben ist und wieder bei ihren Eltern wohnt. Am Strand bittet sie ihn, ihr zu beweisen, dass er zaubern kann und er zeigt ihr ein Wehrlicht. Bei seinem nächsten Besuch überrascht Lesley ihn damit, dass sie ebenfalls ein Wehrlich zustande bringt und so wird sie der zweite Zauberlehrling, wenn auch - wegen ihrem Medical Leave - eher inoffiziell.
Am Anfang des Buches beschäftigt sich Peter vor allem mit einem Fall einer Vagina Dentana und hat  für einen Moment sogar Molly als Täterin in Verdacht. Später wird jedoch ein anderer Fall aktuell, mysteriöse Todesfälle von Jazz-Musikern, die wenige Stunden nach einem Auftritt an einem Herzstillstand sterben. Bei Nachforschungen lernt Peter Simone Fitzwilliam, die Geliebte eines der Opfer, kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie.
Nebenbei geht es wieder um die Jagt nach dem Mann ohne Gesicht und die Flussgötter kommen auch wieder vor. Zudem geht wieder mal einiges zu Bruch.
Im Buch geht es viel um Jazz, jedes Kapitel hat den Titel eines Musikstücks und Peters Vater plant sein drittes oder viertes - so sicher ist sich Peter nicht mehr - Comeback als Jazzmusiker.

Meine Lieblingspersonen: Thomas Nightingale. Simone. "Lord Grant".

Mein Eindruck: Die Handlung des Buches fand ich nicht so spannend wie Band eins, dafür kommen mit Simone und Peters Vater zwei sehr sympatische Personen drin vor. Inhaltlich habe ich weniger "Handlungslücken" als in Buch eins gefunden.

Meine Bewertung: 5 Sterne


Sonntag, 13. April 2014

15/2014 Zwei bemerkenswerte Frauen- Tracy Chevalier

Seit ich dieses Buch gelesen habe, will ich Fosilien sehen. Am liebsten möchte ich ins Natural History Museum in London, aber da mein Interesse an Fosilien Dinosaurier nicht einschliesst, könnte das schwierig werde, denn wenn ich es richtig im Kopf habe, steht in der Eingangshalle ein Dinosaurierskelett und ich mag keine Dinos...
Aber back to topic...
 Wieder mal übrigens ein Buch mit einem total unpassenden deutschen Titel. Der englische Titel "Remarkable creatures" bezieht sich auf die Fosilien, der deutsche Titel auf die Frauen...

Bild via www.weltbild.ch

Genre: Historischer Roman

Zeit und Ort: Lyme Regis, Anfangs 19. Jahrhundert

Handlung: Seit dem Tod ihrer Eltern leben Elizabeth Philpot und ihre zwei ledigen Schwestern mit dem Bruder zusammen in London. Doch nun will er heiraten und die drei Schwestern landen im "Exil" in Lyme Regist. Elizabeth verbringt ihre Zeit damit, am Strand nach Fosilien zu suchen und lernt dort Mary Anning kennen, ein Mädchen, das Fosilien sammelt um sie zu verkaufen. Die beiden sammeln und diskutieren zusammen und werden trotz dem Altersunterschied Freunde.
Mit 11 Jahren entdeckt Mary ein Skelett eines komischen Krokodils, das sich bald als Saurier herausstellt, und Mary berühmt macht, auch wenn sie wissenschaftlich nicht anerkannt wird.

Meine Lieblingspersonen: Mary. Margaret.

Mein Eindruck: Das Buch ist schön geschrieben und die Sache mit den Sauriern interessant und macht Lust darauf, ein paar Sachen im Internet nachzuschlagen.
Allerdings fehlte mir irgendwie Handlung, es passiert nicht viel - ausser natürlich, dass Dinge gefunden werden - und Elizabeth ging mir machmal auf den Keks.

Bewertung: 3 Sterne

Samstag, 5. April 2014

14/2014 Die Lust zu Leben - Françoise Sagan

Wieder habe ich ein Buch gelesen, das ich schon zweimal gelesen habe und wieder war ich enttäuscht.

Vor Jahren habe ich alles über Sarah Bernhardt gelesen was ich kriegen konnte und da musste natürlich auch dieses Buch her. Ich weiss noch, dass ich damals - ich war etwa 14 - hin und weg war und auch beim letzten Lesen vor etwas fünf Jahren fand ich es immer noch toll. Diesmal habe ich gegen Ende nur noch überflogen.

Genre: Fiktive Biographie als Briefwechsel

Zeit und Ort: Frankreich und die Welt, 1844 bis 1923 und 1980iger Jahre

Inhalt: Françoise Sagan schreibt dem Geist oder was auch immer der berühmten Schauspielerin Sarah Bernhardt Briefe und Sarah erzählt ihr aus ihrem Leben.
Zwischendurch philospieren die beiden ein bisschen und disskutieren übers Leben im Allgemeinen. Und viele Punkte schweigt Sarah divenhaft einfach aus und Françoise Sagan schreibt ihr dann in ihrer Antwort, was sie sich zusammenreimt.

Meine Lieblingspersonen: Ich hatte immer schon eine Schwäche für Petit Dame und Clairin.

Mein Eindruck: Das Buch erzählt wenig biographische Infos und viel wird einfach irgendwie gefüllt in dem disskutiert, gestritten und gemutmasst wird. Ein netter Einstieg ins Thema, doch wenn man sich ein bisschen mit Sarah Bernhardts Leben befasst hat, erfährt man nicht viel neues, da steht wohl im Wikipedia-Artikel mehr drin.
Toll fand ich allerdings der kleine Fototeil im Buch. Und die Idee mit dem Briefwechsel fand ich wirklich gut umgesetzt.

Bewertung: 2 Punkte.